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Armin Saub

DAS BILD ALS BAUSTELLE

„Der Münchner Maler Armin Saub gehört der mittlerweile ehrwürdigen Generation der Münchner Gruppenmalerei an“ (Ines Kohl, Straubinger Nachrichten, 8.06.2013). 1974 war er Mitbegründer der „Kooperative Ottersberg“, 1975 gründete er zusammen mit Heimrad Prem, Helmut Sturm und Jutta von Busse das „Kollektiv Herzogstrasse“, als eine offene interdisziplinäre Künstlergruppe, der teils bis zu 12 Künstler*innen angehörten. Bis 1982, als sich das Kollektiv auflöste, gab es unterschiedliche gruppeninterne Kooperationen, die zu gemeinsamen Malaktionen und Rauminstallationen führten, wie 1980 die „Begehbare Malerei“ in der Lothringer Straße in München. Arbeitszusammenhänge blieben noch über Jahrzehnte bestehen, in denen mehrdimensionale Bildvorstellungen weiterentwickelt wurden, insbesondere mit den Installationen der „Bildsegler, Armin Saub und Heinz Weld“ auch im urbanen Raum.

Die Ausbildung von Armin Saub ist breit gefächert: Nach einem analytischen Studium der Grundlehre an der Werkkunstschule Saarbrücken u.a. bei Oskar Holweck und Karl Kunz und dem Studium der Philosophie und Kunstgeschichte an der Universität Saarbrücken 1959-61 wechselte er an die Akademie der Bildenden Künste in München und studierte Malerei bei Erich Glette, 1961-67.

Ein Leitmotiv in der Arbeit von Armin Saub ist die Entgrenzung des Bildes in den mehrdimensionalen Raum hinein: die Auflösung des euklidischen Raumes mit architekturbezogenen Bildformaten wie Fensterbildern und Türbildern, das Fluktuieren von Bildpartikeln und Bildideen im realen wie im imaginären, illusionistischen Raum. Die Malerei Armin Saubs steht im Bezug zum realen Raum, gleichzeitig entwickelt sie im Prozess der Bildfindung ihre eigene bildimmanente Räumlichkeit. Es ist eine gestisch expressive und gleichzeitig meditative Malerei mit abstrakten Elementen und der Annäherung an reale Gegenstände, deren Formensprache vielfältige vergleichende Assoziationen mit der äußeren und inneren Welt auslöst.

Das Bild ist eine ewige Baustelle, das zu jeder Zeit seine Sprache neu finden muss. Dabei wird deutlich, dass ein Bild nie fertig ist, sondern sich in jedem Betrachter verändert. Das könnte Betrachter und Urheber im Prozess der sich immer verändert wiederholenden Entstehung eines Bildes miteinander verbinden. Das wären Bilder, die man gebrauchen kann.


www.arminsaub.com