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Bernd Schwarting

1964 in Stade geboren und aufgewachsen, arbeitet Bernd Schwarting zunächst als Fotograf. 1993 beginnt er, Malerei und Grafik an der Dresdner Hochschule für Bildende Künste zu studieren, wo er solide handwerkliche Fähigkeiten erwirbt. Danach wechselt er an die Hochschule der Künste Berlin in die Klasse von Walter Stöhrer, um hier seine individuelle Ausdrucksweise zu finden. Von 1998 bis 1999 ist er Meisterschüler von Walter Stöhrer an der HdK Berlin. 2006 Gastprofessur für Malerei, Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (Pentiment).

2013 widmet ihm das Museum Moderner Kunst Wörlen in Passau eine umfassende Werkschau. Bernd Schwarting lebt und arbeitet in Berlin. Er stellt in wichtigen Museen und Galerien in Europa, den USA und Asien aus, ist mit seinen Werken auf internationalen Kunstmessen zu Gast und in bedeutenden Sammlungen zeitgenössischer Kunst vertreten.

Bernd Schwarting, der Maler der Farbfluten, dem es erstaunlicherweise immer wieder gelingt, in diesen Fluten nicht zu ertrinken. Bernd Schwarting, der Maler der Dschungelwelten, von Bildern, die von Formen und feinen malerischen Formulierungen überquellen, die wie Pflanzentriebe auf der Leinwand wuchernd, sich verknotend mit phantastischen Tentakeln ausgestattet, sich schlangenartig in das Schwarting’sche Ungefähr wuchern. Blüten- und Sonnenhimmel, fallendes Wasser, Max Ernst schaut über seine Schultern, Unerklärliches ist in diesen Schwarting’schen Bildnissen, etwas Rätselhaftes, auch Unheimliches, gerade weil so vieles so scheinbar unverhüllt zu uns tritt in unser Schwarting’sches Bilderleben. Sie sind mit einem großen, unerbittlichen Aufwand gemalt; sie sind eine Ballade über das Wasser, den hohen Himmel und den dunklen Wald; eine Ballade des Lichts und der Ängste, eine Ballade des Unwägbaren. Die fransigen Wolken in den Himmeln brennen, über das Wasser ist Licht locker wie von Kinderhand geworfen,treiben funkelnde Lichtgirlanden von weit her langsam auf trägem Strom. Der Himmel ist mit Sternen übersät, der Wald ist finster. Es ist der wahrlich dunkle, das Unerhörte beherbergende tiefe Tann im samtigen Atrament, aus dem der Bär heraustritt und der Hirsch vorsichtig mit seinem Kalb.

Konrad Oberländer


www.berndschwarting.de