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Renate Kobbe

Geboren 1955 in Neuerburg/Bitburg-Prüm. 1972-1975 Studium der Glasmalerei in der Glasfachschule Rheinbach. 1975 bis 1977 tätig in einer Werkstatt für Glasgestaltung auf Sylt. 1977 bis 1982 Studium an der Muthesius-Kunsthochschule in Kiel, Abschluss mit Diplom.1982 bis 1989 Glasatelier in Flensburg. 1989 bis 2005 zusammen mit ihrem zweiten Ehemann, Peter Kobbe, tätig in gemeinsamer Werkstatt, zunächst in Oberschneiding bei Straubing, dann auf dem Häuslberg bei Bogen.

Renates künstlerische Vita wurde tragisch-traurig abgebrochen, buchstäblich gekappt, durch den Ausbruch einer Alzheimer-Erkrankung (so genannte „früh beginnende Variante“), diagnostiziert 2004, und 2007 zu stationärem Aufenthalt (bis dato, seit 2009 in einer Art „Wachkoma“) im Pflegeheim führend.

Ich, Peter Kobbe, verstehe Renates künstlerisches Schaffen, ihre Werke in Glasgestaltung, Malerei und Grafik, hoffentlich weitgehend in ihrem Sinne, so:

Zentral ist ein nicht-realistischer, gleichermaßen meditativer wie expressiver Gestaltungsansatz oder Gestaltungsimpuls: die Passionen der leiblichen Existenz, Passionen im Doppelsinn von Leidenschaft und Leiden/Erleiden, IN SZENE ZU SETZEN, sei es in monolithisch anmutenden hoch-konzentrierten Einzel-Körpergestalten und ihrer jeweiligen Befindlichkeit, sei es in explosiven körperbasierten „Explosionen“, „Zerlegungen“, „Aufsplitterungen“ zu Tableaus/Bahnen oder Schau-Plätzen

WAS DIE LIEBE TUT heißt ein fünfteiliges Bild Renates aus unserer Anfangszeit 1990: Und es ist, wie mir persönlich scheint, in der Tat eine Erotik des leidenschaftlichen Erleidens, die in Renates Werken das „Thema Nummer 1“ nicht nur bildet, sondern als Meditation-und-Konfrontation erfahrbar, einsichtig macht.


Portraitfoto von Wolfgang Zielonkowski Juni 2006